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Drehträgheitsasymmetrischer
Rotor
Artikel von
Felix Würth (Niederlindach 06.06.1999)
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Bei dieser
jüngsten Entwicklung handelt es sich um einen Rotor, der in
einer besonderen, bis jetzt nicht angewandten Form gefertigt ist.
Der Rotor wird als Schwungscheibe, also als Speichermittel für
mechanische Drehenergie benutzt. Sein konstruktiver Aufbau ergibt
verschiedene Massenträgheitsmomente im Links- bzw. Rechtslauf.
Bewirkt wird
dies allein durch die Formgebung und das dadurch manipulierte Wirken
der Flieh- und Beharrungskräfte (Trägheitskräfte).
Als technische
Anwendung ist der Einsatz als Speicher und Puffer für mechanische
Energien angedacht. Weiterhin können sämtliche, in eine
Vorzugsrichtung betriebenen rotierenden Maschinenteile, wie Felgen,
Räder, Wellen zusätzlich mit Schwunggewichten in der aufgezeigten
Form ausgerüstet werden, was die Leistungsfähigkeit und
den Energieverbrauch günstig beeinflussen wird. Auch Luftschrauben
und Propeller können mit der aufgezeigten Form energetisch
aufgewertet werden.

Aufbau
des Rotors:
Die Gestaltung
ist stark an den Flugsamen eines Ahornbaumes angelehnt. Eine weitere
Rotorart zeigt die Struktur einer Balkenspiralgalaxis mit denselben
Effekten der asymmetrischen Drehträgheit.
Wichtig zur
wirksamen Auslegung ist der Umstand, daß Fliehkraftangriffspunkte
nie zentral, also mittig auf die Achse gelegt werden sollten, es
muß stets ein resultierender Hebel, bzw. entstehender Winkel
zur Zentralachse in Bezug auf die Vektorrichtung der Fliehkraft
gewählt werden. Ohne dieses besondere Merkmal wird die Rotorform
symetrisch, wie die bisher gebrauchten und benutzten Systeme.

Auf der Skizze
erkennt man eine einfache, zweiarmige Ausführung eines Asymmetrierotors.
Auf zwei flachen, stabilen und verwindungssteifen Tragebögen
(Spiralarme) sind außen zwei scheibenförmige Massen fixiert.
Die Mitteltragstrebe sitzt mittig auf der Antriebswelle (Rotorachse)
und ist leicht geschränkt.
Erklärungsvariante
1:
Die rechtwinkeligen
Massenhalter sind nach innen gekröpft. Dies bewirkt eine resultierende
Scherkraft auf den Bogen, nach aussen vorne in Betriebsrichtung
gerichtet.
Erklärungsvariante
2:
Die radial
nach außen wirkende Zentrifugalkraft kann aufgrund der besonderen
spiralförmigen Konstruktion nur am Punkt F angreifen. Der Kraftvektor
spannt mit der Verbindungslinie F-R einen Winkel ungleich 0 auf.
Dadurch erzeugt sie ein Drehmoment in Betriebsrichtung, welches
sowohl beim Beschleunigen als auch beim Bremsen antreibend wirkt.
Dadurch wird der Eindruck unterschiedlicher Massenträgheiten
erweckt
Die eingezeichnete
Betriebsrichtung ist damit die Vorzugsdrehrichtung. Hier wird die
Fliehkraft sofort bei der Beschleunigung des Rotors aktiv, man könnte
auch vorlaufende Kraft dazu sagen.
Meßtechnik:
In der nachfolgend
aufgeführten Drehmoment- Drehzahlmessung ist der Einbruch des
Beschleunigungswiderstandes in der Vorzugsrichtung (Linksdrehung,
gegen Uhrzeigersinn) deutlich zu sehen.
Die obere
Kurve stellt das Drehmoment, die untere die Drehzahl dar. In der
linken Diagrammhälfte wird beschleunigt, in der rechten Diagrammhälfte
gebremst.
Das Verhältnis
zwischen Drehmoment Bremsen zu Drehmoment Beschleunigung beträgt
in der Regel zuverlässig das 1,5 fache. Es ist wichtig, eine
gewisse Mindestbeschleunigungs-und Bremssequenz zu wählen,
um das Wirken der Fliehkraftvektoren in die richtige Richtung, in
Bezug auf die winkeligen Anlenkungen des Rotors, zu ermöglichen.
Ein Leistungsdefizit
ist außer einer falschen Formgebung lediglich mit falschen
Beschleunigungswerten zu erklären. Bei optimalem Einsatz aller
Hilfsmittel erreichen wir auch leicht in einem Turnus Trägheitsunterschiede
von über Faktor 2.

Messverfahren:
Das Ermitteln
von Drehmoment, Drehzahl und Zeit erfolgt über Messaufnehmer
und anschliessendes Speichern und Auswerten durch ein Zweikanalspeicheroszilloskop.
Es wird in
Verbindung mit einer geeichten Drehmomentmesswelle von HBM ein Meßfehler
von weniger als 2% erreicht. Das anschließende Auswerten der
effektiven INPUT und OUTPUT Drehenergiewerte erfolgt über Leistungsermittlung
durch Erstellen einer Kurvenfunktion Drehmoment mal Drehzahl = Leistung
und anschließendem Vergleich der beiden dargestellten Flächen,
die die gesamte eingebrachte Energie, wie auch die abgegebene darstellen.
Dies wird mit Hilfe von Flächenberechnung über Integral
und Differentialrechnung bewerkstelligt.
Die obere
Messwertkurve ist der Graph des Drehmomentes, abgenommen von der
Drehmomentenmesswelle, in Volt angezeigt, mit der Zeit von links
nach rechts. Über der Mittellinie, die Null darstellt, ist
das Moment positiv, also wird Drehenergie durch den Antriebsmotor
in den Rotor als Beschleunigung zugeführt, im Ausschlag nach
unten wird gebremst, das Moment hat negatives Vorzeichen und es
wird Energie zurückgespeist.
Die Abgabeenergie
wird durch den Motor, der auf Bremsung geschalten wird, in Wärme
verbrannt.
Im
unteren Teil des Diagramms erkennt man das Drehzahlsignal, ebenfalls
in V geschrieben, über die Zeit, geliefert durch einen Tachogenerator
eines kleinen Gleichstrommotors. Aus den beiden Werten, Drehzahl
und Drehmoment, wird dann für jeden Zeitpunkt das Produkt gebildet,
die Momentanleistung. Über die Zeit beschreibt diese dann eine
Kurve, die eine Fläche umschliesst.
Der letztendliche
Schritt zum Vergleich der Eingabeenergie zur Abgabeenergie (gesamt
verrichtete Leistung über die Zeit) werden die beiden Flächen
geometrisch miteinander verglichen. Durch Integration kann man aus
der Differenz der beiden Flächeninhalte absolut schlüssig
den Wirkungsgrad feststellen.
Dies ist auf
dem unteren Teil des Diagramms ersichtlich.
Die vorliegenden
Ergebnisse geben zu der Hoffnung Anlaß, daß beim Einsatz
moderner rückspeisefähiger Drehzahlregelgeräte mit
geringen Eigenverlusten ein Intervallbetrieb möglich wird,
bei welchem im Mittel deutlich mehr Energie zurückgespeist
als verbraucht wird.
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